Gast
Nina Pejsa
Leiterin kaufmännische IT / Head of Business IT, Kreis Segeberg
Key Insights
Klassische IT-Projektmanager können nicht einfach agile Digitalteams führen – die Denkweise und Methoden sind grundlegend verschieden.
Spezialisierte Freelancer sind oft günstiger als eine falsche Festanstellung – nach zwei Wochen entscheidbar, kein Jahr verloren.
Interne Mitarbeiter als Pair bei Freelancer-Rollen lernen on the job – Wissenstransfer muss strukturell eingeplant werden, nicht als Nebeneffekt.
Portfolio Management vor dem Start: Nicht alle Projekte gleichzeitig, sondern nur die Top-5 mit klarem ROI angehen.
Aus der Episode
Ein Unternehmen entscheidet sich: Wir digitalisieren unsere Kernprozesse. Super. Dann fragen sie ihre IT-Abteilung: Könnt ihr das umsetzen? Die IT-Abteilung sagt ja. Und meint damit: Wir setzen Anforderungslisten um. Was sie nicht meinen: Wir entwickeln iterativ, validieren mit Kunden und lernen schnell.
Das ist der Moment, in dem Digitalprojekte scheitern. Nicht an der Idee, nicht am Budget, sondern an falschen Fähigkeiten.
Nina Pejsa ist Leiterin kaufmännische IT beim Kreis Segeberg und war vorher Tech Lead für digitale Transformation bei Tesa. Sie kennt die Lücke zwischen alten und neuen IT-Skills aus dem Effeff.
Alte Skills vs. neue Skills
In einem klassischen IT-Projekt koordiniert ein Projektmanager Aufgaben, hält den Zeitplan, managed Abhängigkeiten. Das ist eine Kompetenz, und sie ist wertvoll für stabile, gut definierte Projekte.
Für Digitalprojekte braucht es andere Fähigkeiten: Product Owner-Denken, Kundenverständnis, Build-Measure-Learn, unternehmerisches Denken. Ein klassischer Projektmanager, dem man ein Digitalprojekt gibt, wird es nach Plan umsetzen. Genau das ist das Problem.
Freelancer sind keine Notlösung
Nina macht einen Vorschlag, der viele überrascht: Freelancer sind oft die klügste Option für Digitalprojekte. Nicht weil die internen Mitarbeiter schlecht sind, sondern weil spezialisierte externe Experten in zwei bis drei Tagen einsatzbereit sind, genau die Skills mitbringen, die gebraucht werden, und das Risiko kalkulierbar bleibt.
Wenn es nach zwei Wochen nicht passt, tauscht man aus. Das ist kein Scheitern, das ist schnelles Lernen.
Wissenstransfer ist Pflicht
Nina macht eine wichtige Einschränkung: Freelancer funktionieren nur, wenn interne Mitarbeiter dabei lernen. Keine Parallelwelten, kein Freelancer-Silo. Immer eine interne Begleitung, die on the job lernt.
Sonst ist der Wissenstransfer weg, sobald der Freelancer das Projekt beendet.
Was du konkret mitnehmen kannst
Schau dir dein nächstes Digitalprojekt an und frag: Hat die Person, die es leitet, schon einmal erfolgreich ein agiles Digitalprojekt abgeschlossen? Nicht geplant, sondern abgeschlossen?
Falls nicht: Das ist kein Vorwurf, das ist eine Lücke. Du kannst sie mit einem spezialisierten Freelancer schließen, mit einer klaren internen Begleitung und einem echten Wissenstransferplan.
Das ist keine Schwäche, das ist Pragmatismus.
Nächster Schritt
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