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Episode #1913. August 2025

KI im Mittelstand – Ein 6-Phasen-Modell für strukturierte Einführung

KI einführen, obwohl die Digitalisierung noch nicht fertig ist – Realität vieler Mittelständler. Christina Schröder zeigt ein pragmatisches 6-Phasen-Modell, das die Organisation mitnimmt.

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Gast

Christina Schröder

Chief Digital Officer bei Lingen Verlag (Leo Lausemaus)

Key Insights

  1. 01

    Shadow AI nicht unterdrücken, sondern nutzen – Mitarbeiter, die bereits experimentieren, sind die besten Treiber für strukturierte Einführung.

  2. 02

    Das MVP muss für die Organisation relevant sein und Impact sichtbar machen – keine akademischen Übungen, sondern das Problem, das täglich nervt.

  3. 03

    Governance zu früh einführen blockiert Experimente; zu spät führt zu Chaos – die Balance liegt nach dem ersten erfolgreichen MVP.

  4. 04

    Bottom-Up vor Top-Down: Erst verstehen wo Motivation und Bedarf ist, dann strategisch priorisieren – nicht umgekehrt.

Aus der Episode

Der Leo Lausemaus-Verlag ist kein Tech-Konzern. Er hat 30 bis 50 Mitarbeitende, kämpft gleichzeitig mit der Digitalisierung der eigenen Prozesse und mit dem KI-Hype, der von überall Druck macht. Wer jetzt nicht anfängt, verliert den Anschluss. Aber wie fängt man an, wenn man noch nicht mal die Grundlagen hat?

Christina Schröder ist Chief Digital Officer bei Lingen Verlag und hat dafür ein konkretes Modell entwickelt.

Das Doppel-Problem kleiner Mittelständler

Viele Unternehmen dieser Größe haben das Gleiche: Die Digitalisierung ist noch nicht weit genug, aber gleichzeitig müssen sie über KI nachdenken, weil sonst der Wettbewerb davonläuft. Christina nennt das den doppelten Druck, und sie plädiert dafür, ihn nicht zu ignorieren, sondern pragmatisch zu bearbeiten.

Das 6-Phasen-Modell

Christina hat einen Ansatz in sechs Phasen entwickelt, der speziell für kleinere Mittelständler funktioniert. Es beginnt nicht mit Technologie, sondern mit dem Ist-Zustand: Wo stehen wir? Welche Abteilungen experimentieren schon heimlich mit KI?

Diese "Shadow AI", also KI-Nutzung, die ohne offizielle Erlaubnis passiert, ist für Christina kein Problem, sondern ein Hinweis: Dort gibt es Motivation. Und Motivation ist das Wertvollste, was eine KI-Einführung haben kann.

Bottom-Up vor Top-Down

Viele KI-Einführungen starten mit einer Nutzwert-Analyse durch das Management: Wo haben wir die größten Hebel? Christina startet anders: Wo ist die größte Motivation? Welche Teams wollen das wirklich ausprobieren?

Das MVP, das erste Pilotprojekt, muss für die Organisation relevant und motivierend sein. Nicht für das Management. Für die Menschen, die es täglich nutzen werden.

Governance kommt später

Ein wichtiger Punkt: Christina empfiehlt, Datenschutz und Governance nicht als erstes einzuführen, sondern als Rahmenbedingung, wenn ein Pilot erfolgreich war. Wer Governance zu früh aufstellt, blockt das Experimentieren, bevor es begonnen hat.

Was du konkret mitnehmen kannst

Schau diese Woche in deiner Organisation nach: Wer nutzt ChatGPT oder andere KI-Tools bereits, ohne dass es offiziell ist? Diese Menschen sind keine Regelbrecher, sie sind deine ersten Piloten.

Sprich mit ihnen. Frag, was sie damit machen. Dann überlege, wie du aus diesen losen Experimenten ein erstes offizielles Pilotprojekt machst.

Das ist der Start.

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