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Episode #2931. Dezember 2025

D2C im Mittelstand – Direct-to-Consumer als Geschäftsmodell

D2C ist kein neuer Vertriebskanal – es ist ein Geschäftsmodellwechsel. Timo Daedrich zeigt die häufigsten Hürden für Industrieunternehmen und wie du trotzdem in drei Monaten starten kannst.

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Gast

Timo Daedrich

E-Commerce-Berater, ehemals Otto

Key Insights

  1. 01

    D2C bedeutet: Direkter Vertragspartner des Kunden sein – ob via Amazon Marketplace, Shopify oder eigene Website ist zweitrangig.

  2. 02

    Angst vor Kannibalisierung ist meist unbegründet: Differenziertes Sortiment, andere Märkte und klare Kommunikation mit B2B-Partnern sind die Lösung.

  3. 03

    Nicht alles selbst bauen: Fulfillment-Dienstleister, Payment-Provider und leichte ERP-Tools (Shopify) decken die Kernprozesse ab.

  4. 04

    Kunden sind zuerst auf Amazon, dann auf Social Commerce – mit einem eigenen Webshop alleine zu starten ist oft die falsche Reihenfolge.

Aus der Episode

Viele Industrieunternehmen denken bei D2C an einen Webshop. Sie bauen ihn, stellen fest, dass niemand kommt, und schließen daraus: D2C funktioniert für uns nicht.

Timo Daedrich hat 15 Jahre E-Commerce-Erfahrung, unter anderem bei Otto. Er hat eine andere Diagnose: Kein Webshop war das Problem, sondern das Missverständnis darüber, was D2C eigentlich ist.

D2C richtig verstehen

D2C bedeutet nicht, dass du eine eigene Website hast. D2C bedeutet, dass du direkter Vertragspartner deines Kunden bist. Das kann über Amazon Marketplace passieren, über Shopify oder über eine eigene Plattform. Der Kanal ist sekundär. Entscheidend ist, dass du Preise, Content und Kundenerlebnis selbst kontrollierst.

"Ihr führt keinen neuen Vertriebskanal ein. Ihr führt ein neues Geschäftsmodell ein."

Die fünf häufigsten Hürden

Timo nennt sie die "glorreichen Fünf": falsches oder fehlendes Personal, Angst vor Kannibalisierung der B2B-Partner, überschätzte technische Komplexität, falsches Sortiment und falsche Budgetierung.

Die meisten dieser Probleme haben eine Lösung. Kannibalisierung zum Beispiel: Oft passiert gar keine. Und wo sie passiert, lässt sie sich durch differenzierte Sortimente, andere Märkte oder andere Preisstrategien steuern. Aber man muss das Gespräch mit den B2B-Partnern führen, nicht hoffen, dass sie es nicht bemerken.

Wo sind deine Kunden wirklich?

Timo macht einen wichtigen Punkt: Bevor du einen Shop baust, frag, wo deine Kunden heute suchen. Nicht jeder googelt. Viele suchen direkt auf Amazon. Manche über TikTok, manche über ChatGPT-Shopping-Features.

Wenn deine Kunden auf Amazon sind, fang dort an. Nicht mit einer eigenen Website, die du erst bekannt machen musst.

Was du konkret mitnehmen kannst

Drei Fragen für heute: Was ist dein Ziel bei D2C? Kontrolle über das Kundenerlebnis, neuer Umsatzkanal, neue Zielgruppen? Je nach Antwort ist die Strategie sehr unterschiedlich.

Dann: Wo sind deine Kunden heute? Und: Hast du die Produktdaten in einer Qualität, die du auf einem Marktplatz oder Webshop brauchen wirst?

Diese drei Fragen sind mehr wert als jede Shopify-Demo.

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