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Digital Matters Executive Briefing #3 · 13 Minuten

Wer am lautesten schreit, kriegt das Funding?

Viele gute KI-Ideen, aber nur eine schmale Tür. Robert Yung und Michael vom Sondern zeigen, wie Unternehmen Use Cases über Strategie und Engpässe priorisieren, wer entscheiden sollte und warum das Nein zum guten Use Case dazugehört.

Ideen für KI-Use-Cases sollen dezentral entstehen. Sobald sie auf gemeinsame Engpässe wie IT, Legal oder Controlling treffen, braucht es eine gemeinsame Sicht. Zuerst filtert die Strategie: Ein Use Case ohne Strategiebeitrag fliegt raus, auch mit positivem ROI. Dann werden alle Portfolios übereinandergelegt und gegen die Engpasskapazität gerankt. Entscheiden sollte ein Governance Body mit Blick auf die Engpässe, nicht die IT allein.

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Portfoliomanagement: das schwierige Nein

Ein Gespräch über unsichtbare Engpässe, den vergessenen Strategiebeitrag, das Governance Board und die Frage, die jedes Portfoliogremium beantworten können muss.

Kapitel

  1. 00:00Cold Open
  2. 00:24Intro: Executive Briefing #3
  3. 00:43Das Problem: Wer am lautesten schreit, kriegt das Funding
  4. 01:11Aus vier Wochen wird ein halbes Jahr: die IT als versteckter Engpass
  5. 02:42Fehler Nummer eins: die IT zu spät einbinden
  6. 03:19Ideen dezentral, aber mit Strategie als Filter
  7. 04:45Alle Portfolios übereinanderlegen, Engpässe sichtbar machen, ranken
  8. 05:58Wer entscheidet? Die IT als Einflussgröße, das Governance Board
  9. 07:09Vertrauen aufbauen: von 50.000-€- zu Millionen-Entscheidungen
  10. 08:51„Wie viele Projekte habt ihr abgelehnt?“
  11. 09:41Das schwierige Nein für den guten Use Case
  12. 10:21„Dann sollen die halt mal machen“: U-Boot-Projekte
  13. 11:38Fazit: KI lässt das Portfolio wachsen, starten mit Excel

Aus dem Briefing

01

Aus vier Wochen wird ein halbes Jahr

Fachbereiche planen ihre Use Cases ohne Blick auf die IT. Die Engpässe tauchen erst auf, wenn alle gleichzeitig dieselbe Ressource brauchen. Aus Sicht eines einzelnen Bereichs sind sie unsichtbar.

02

„Wie viele Projekte habt ihr abgelehnt?“

Wer keins abgelehnt hat, hat entweder keinen Engpass oder ein zu weiches Gremium. „Dann sollen die halt mal machen“ verlagert die Kosten nur: Aus dem Nein wird ein U-Boot-Projekt, das am Ende trotzdem die IT integrieren muss.

03

KI lässt das Portfolio wachsen

Mit KI erarbeiten sich Mitarbeitende größere Use Cases selbst, der Engpass wächst nicht mit. Das Portfolio muss also besser gesteuert werden, nicht weniger. Für den Start reichen ein kleines Gremium und eine Excel-Tabelle.

Von der dezentralen Idee zur Portfolioentscheidung

Marketing, Produktion und Finance sollen ihre Ideen selbst entwickeln und zuerst untereinander priorisieren. Kritisch wird es dort, wo alle Portfolios auf dieselben Engpässe treffen. Ein Portfoliomanagement, das nichts ablehnt, ist kein Portfoliomanagement. Das schwierigste Nein ist das Nein zum guten Use Case.

  1. 01Strategie filtern

    Zahlt das Vorhaben auf unsere Strategie ein?

    Ein positiver ROI reicht nicht. Wer nicht auf die Unternehmens- oder Bereichsstrategie einzahlt, fliegt raus, bevor er Engpassressourcen bindet. Der Strategiebeitrag wird häufiger vergessen als der Wertbeitrag.

    Weiter, parken oder ablehnen

  2. 02Übereinanderlegen

    Was passt durch den Engpass?

    Alle Bereichsportfolios kommen an einen Tisch, die Engpässe sitzen mit dabei. Die IT sagt, wie viel durch die Tür passt. Die Kapazität bestimmt, wie viele Vorhaben durchgehen, der Rest wird gerankt.

    Weiter, parken oder ablehnen

  3. 03Gremium entscheidet

    Wer darf die schwierige Entscheidung treffen?

    Ein Governance Body mit Head of IT, Head of AI und ein, zwei Businessvertretern. Es muss nicht das C-Level sein. Das Vertrauen wächst über kleine Entscheidungen zwischen 5.000 und 50.000 Euro, bevor das Management größere abgibt.

Executive Self-Check

Wie oft sagt Ihr Portfolio Nein?

  • Gibt es bei uns einen Ort, an dem alle KI-Vorhaben aus allen Bereichen gegen dieselben Engpässe abgewogen werden?

  • Prüfen wir neben dem Wertbeitrag auch den Strategiebeitrag, bevor ein Vorhaben Kapazität bindet?

  • Wie viele der letzten zwanzig Vorhaben haben wir abgelehnt oder geparkt, und wer hat das entschieden?

Nächster Schritt

Wo bremst Ihre Organisation die eigenen KI-Vorhaben?

Der AI Quick Check hilft, den wahrscheinlichsten Engpass Ihrer AI-Adoption einzuordnen.

AI Quick Check starten

6 Fragen · 3 Minuten · kein Login

Häufige Fragen

Was Leser noch wissen wollen

Wer entscheidet, welche KI-Use-Cases umgesetzt werden?+

Ein Governance Body, in dem die Engpässe vertreten sind: typischerweise Head of IT, Head of AI oder CAIO und ein, zwei Vertreter aus dem Business. Es muss nicht das C-Level sein, aber das Gremium braucht die anerkannte Befugnis, auch schwierige Entscheidungen zu treffen. Dieses Vertrauen baut es über kleinere Entscheidungen auf, bevor das Management größere abgibt.

Sollte die IT über die Priorisierung von KI-Use-Cases entscheiden?+

Nein. Die IT-Kapazität ist eine zentrale Einflussgröße, weil sie bestimmt, wie viele Vorhaben umgesetzt und integriert werden können. Die Entscheidung, welche Vorhaben das sind, gehört in einen Governance Body, in dem IT und Business gemeinsam sitzen.

Warum reicht ein positiver ROI nicht, um einen KI-Use-Case freizugeben?+

Weil jeder freigegebene Use Case knappe Engpassressourcen bindet. Ein Vorhaben, das nicht auf die Unternehmens- oder Bereichsstrategie einzahlt, verdrängt Vorhaben, die es tun. Deshalb filtert der Strategiebeitrag, bevor nach Wertbeitrag gerankt wird.

Woran erkennt man, dass ein Portfoliomanagement nicht funktioniert?+

Daran, dass es keine Vorhaben ablehnt. Wenn alles durchgeht, stauen sich die Vorhaben am Engpass, kleine Änderungen dauern Monate, und Bereiche starten an der Governance vorbei eigene Projekte, die später trotzdem integriert werden müssen.

Im Gespräch

Robert YungMichael vom Sondern

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